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Nature bears wisdom

Prozessarbeit (nach Arnold Midell)

Was ist Prozessarbeit / prozessorientierte Psychotherapie?

Prozessarbeit nach Arnold Mindell ist eine konsequente Weiterentwicklung des Gestaltansatzes und der Jung’schen Psychologie. Sie schlägt Brücken in fernöstliche Weisheit, schamanische Weltsichten und spirituelle Auffassungen – wobei es Arnold Mindell als Quanten-Physiker gelingt, die Wahrheit und Wirklichkeit schaffende Kraft des Nicht-Messbaren (der Nicht-Konsensusrealität oder inneren Traumwelt) auch wissenschaftlich nachzuzeichnen.

Für die Prozessarbeit steht nicht der Zustand im Fokus. Sie beobachtet Veränderung – fragt nach dem, was geschehen möchte – und unterscheidet dabei eine bewusste (primäre) und eine nicht-bewusste (sekundäre) Entwicklung. Die bewusste Ebene ist uns vertraut. Hier wissen wir, wer wir sind, was wir wollen und was wir tun können, um es zu erreichen. Die unbewusste Ebene hat die gleiche Weisheit – auch hier weiß ein Teil unserer Selbst, welche Entwicklung ansteht – nur ist uns dieses Wissen nicht in gleicher Weise zugänglich. Es macht sich weniger kognitiv als intuitiv bemerkbar: Wir spüren etwas. Körperlich, emotional, atmosphärisch, in Beziehungen, in Begegnungen mit der Welt. Diese Signale sind nicht immer eindeutig oder leicht zu entziffern, sie kommen nicht immer gelegen. Es gibt eine Tendenz, sie zu überhören und Aufmerksamkeit auf anderes zu richten.

Nehmen wir diese sekundären Signale über längere Zeit nicht wahr – weil es uns gelingt, sie zu marginalisieren (abzudämpfen, zu ignorieren oder beiseite zu schieben) – manifestieren sie sich in Form von „Störungen“: von einfachen Körpersymptomen wie Anspannung und wiederkehrenden Gedanken/Gefühlen über zwischenmenschliche Konflikte und gleichartige Erlebnisse bis zu schweren chronischen psycho-somatischen Erkrankungen.

Eine neue Perspektive auf den Lauf der Dinge

Prozessarbeit folgt nun der Überzeugung, dass es für jeden Menschen einen natürlichen Fluss der Entwicklung gibt und dass dieser Natürlichkeit eine wohlwollende Weisheit innewohnt: Jeder Mensch hat einen Wesenskern, der nach Entfaltung drängt. Es ist möglich, auf den Prozess zu vertrauen – auch und gerade auf den unbewussten „Traumprozess“. Es gibt also auch und gerade in der „Störung“ eine Weisheit: Sie will uns dienen auf dem Weg zu Wachstum, Wohlbefinden und der Entfaltung unseres Potenzials.

Genau in diesem Umdenken besteht jedoch eine Herausforderung: „Wie soll das, was mir so viel Leid bringt, eine Qualität in meinem Sinne bergen? Wieso sollte ich meinem Schmerz nachgehen? Was passiert dann?” Gegenüber dem Aufsuchen und bewussten Erleben unangenehmer Emotionen und Gefühlswelten bestehen häufig große Ängste und mentale Grenzen: „Wird das nicht bodenlos? Das kann doch nicht gut gehen…es wird in einer Katastrophe enden.”

So macht die klassische Medizin, die unsere Perspektive heute prägt, aus „Störungen“ Unerwünschtes, Bedrohliches, das nicht zu uns gehört und „weg muss“. Dabei kapselt sie unsere Energie, die wir zurückerobern sollten.

Das andere Ziel

Die Prozessarbeit begegnet ausnahmslos jedem Teil des Prozesses vorbehaltlos und unvoreingenommen, neugierig und wohlwollend, um zu beobachten, zu erforschen und zu entfalten, was geschehen möchte und welche Energien dort gebunden sind. Bei der Arbeit an der Grenze – oder dem Schritt darüber hinaus: ins für uns noch Unbekannte – hilft das Wissen, dass wir auf die Weisheit des Prozesses vertrauen können. Es wird etwas in unserem Sinne geschehen, auch wenn wir das diesseits der Grenze noch kaum für möglich halten. In der Annäherung an die Grenzen, der langsamen, feinspürigen Exploration des unbewussten Prozesses (dessen, was sich entfalten möchte) mit all unseren physischen und feinstofflichen Spürsinnen, entstehen jeweils wertvolle Erfahrungen und neues Wissen über das eigene Sein. Und dies kann wertvolle Ressourcen, Energien für kreative Entwicklungen freisetzen.

Vorgehensweise

In der Prozessarbeit werden sehr vielfältige Methoden genutzt, um „Traumprozesse“, unbewusste Anteile, die Essenz von „Störungen“ wahrzunehmen, aufzugreifen, auszudrücken und zu entfalten. Wahrnehmungsübungen und Verstärkung (Amplifikation) der Signale auf allen Sinneskanälen, beispielsweise in begleiteter Meditation und Bilderreisen, können in Bewegungs- und Körperarbeit, in Rollenspiele sowie jede andere Ausdrucksform übergehen. Als Therapeutin helfe ich bei der Auseinandersetzung mit und an den Grenzen und begleiten die Schritte ins Unbekannte.

Prozessarbeit ist mit Einzelnen, Paaren, Familien, Gruppen und Organisationen möglich.

 

Möchtest Du mehr erfahren?

Literatur

  • Traumkörper und Meditation – Arbeit an sich selbst (Arnold Mindell)
  • Der Leib und die Träume: Prozessorientierte Psychologie in der Praxis (Arnold Mindell)
  • Das Pferd Rückwärts reiten (Arnold Mindell)

 

 

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